Eine Hand hält eine lockere Radmutter an einer schwarzen Stahlfelge in der Hand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lockere Radmuttern können zu Unfällen führen.
  • Fahrzeughalter sind für den sicheren Zustand ihres Autos verantwortlich.
  • Wenn eine Werkstatt beim Reifenwechsel einen Fehler macht, kann sie mithaften.
  • Löst sich ein Rad während der Fahrt, klärt oft ein Gutachten, wer schuld ist.
  • Das Nachziehen der Radmuttern nach einem Reifenwechsel ist als Sicherheitsvorkehrung weiterhin sehr wichtig.

Nach einem Reifenwechsel fragen sich viele Autofahrer: Wer haftet, wenn Radmuttern locker sind? Wenn sich ein Rad löst oder wackelt, kann das gefährlich werden. Außerdem stellt sich die Frage, ob der Fahrer oder die Werkstatt verantwortlich ist. In diesem Artikel erfahren Sie, wer im Schadensfall haftet, welche Pflichten Sie als Fahrer haben und wie Sie Probleme vermeiden können.

Hinweis: Dies ist keine offizielle Rechtsberatung.

Erkennungsmerkmale lockerer Radmuttern

Radmuttern oder Radschrauben halten das Rad fest an der Achse. Wenn sie nicht richtig angezogen sind, kann sich das Rad während der Fahrt lösen.
Häufige Gründe sind:

  • falsches Drehmoment beim Anziehen
  • kein Nachziehen nach dem Reifenwechsel
  • Materialfehler oder Rost
  • fehlerhafte (schiefe) Montage durch eine Werkstatt

Sie merken lockere Radmuttern oft an Vibrationen, ungewöhnlichen Geräuschen oder einem wackelnden Lenkrad.

Hinweis: Nach einem Reifenwechsel sollten Sie die Radmuttern nach 50 bis 100 Kilometern kontrollieren und nachziehen lassen.

Verantwortung bei lockeren Radmuttern

Die Haftung hängt davon ab, wer die Räder montiert hat und wo der Fehler passiert ist.

Wenn Sie selbst die Räder montiert haben

Dann tragen Sie als Fahrzeughalter die Verantwortung. Wenn sich das Rad löst, weil Sie es nicht richtig befestigt haben, haften Sie grundsätzlich selbst für alle Schäden. Bei Schäden an Dritten übernimmt in der Regel zunächst die Kfz-Haftpflichtversicherung. Beruht der Vorfall jedoch auf einer fehlerhaften Eigenmontage, kann die Versicherung den Fall genau prüfen. Ob auch Schäden am eigenen Fahrzeug übernommen werden, hängt vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab.

Wenn eine Werkstatt die Räder montiert hat

Eine Werkstatt muss sorgfältig und fachgerecht arbeiten. Wird ein Rad nicht richtig befestigt und kommt es zu einem Unfall, kann die Werkstatt haften. Ob tatsächlich ein Montagefehler vorliegt, wird häufig durch ein technisches Gutachten geklärt. Nach einem Unfall wird ein solches Gutachten oft von der Versicherung veranlasst. Gibt es Streit mit der Werkstatt, kann auch ein unabhängiger Sachverständiger hinzugezogen werden.

Tipp: Bewahren Sie die Rechnung oder den Werkstattauftrag nach dem Reifenwechsel gut auf. Diese Unterlagen können im Streitfall nachweisen, dass die Räder in der Werkstatt montiert wurden.

Haftungsfolgen nach einem Unfall durch loses Rad

Wenn sich ein Rad während der Fahrt löst, ist das ein schwerer technischer Defekt.
Dann wird geprüft, wer den Fehler gemacht hat:

  • Hat die Werkstatt schlecht gearbeitet, muss sie haften.
  • Haben Sie die Räder nicht nachgezogen, kann eine Mitschuld entstehen.
  • Bei Personenschäden kann sogar eine Strafe drohen, zum Beispiel wegen Fahrlässigkeit.

Hinweis: Informieren Sie bei einem Unfall sofort Polizei und Versicherung. Ein Gutachten hilft, die Schuldfrage zu klären.

Werkstatthaftung bei Montagefehlern

Eine Werkstatt ist verpflichtet, nach Herstellervorgaben zu arbeiten.
Wenn sie Radmuttern nicht richtig anzieht, begeht sie einen Fehler bei der Montage.
In diesem Fall gilt:

  • Die Werkstatt muss Schäden ersetzen, die durch den Fehler entstehen.
  • Ihre Haftpflichtversicherung übernimmt oft die Kosten.
  • Als Kunde können Sie Schadenersatz fordern, wenn ein Gutachten den Fehler beweist.

Tipp: Achten Sie darauf, dass die Werkstatt Ihnen das Nachziehen der Radmuttern anbietet oder darauf hinweist.

Ein Mann zieht die Radmuttern von einem Hinterreifen nach.Ein Mann zieht die Radmuttern von einem Hinterreifen nach.

© MARIIA_MALYSHEVA/shutterstock.com | Setzen Sie den Drehmomentschlüssel an und drehen Sie ihn im Uhrzeigersinn, bis ein deutliches Klickgeräusch zu hören ist. Ziehen Sie die Muttern über Kreuz (bei 4-Loch-Felgen) oder im Sternmuster (bei 5-Loch-Felgen) an.

Nachziehen von Radmuttern als Pflicht

Nach einem Reifenwechsel müssen sich die Radmuttern erst „setzen“. Darum empfehlen Hersteller, sie nach 50 bis 100 Kilometern nachzuziehen. Wenn Sie das nicht tun, kann Ihnen im Schadensfall eine Mitschuld geben werden. Die Entscheidung obliegt bei einer Rechtsklage im Zweifelsfall dem Richter.

Folgen nicht nachgezogener Radmuttern

Wenn Radmuttern nicht richtig fest sind, kann das schlimme Folgen haben:

  • Das Rad kann sich lösen.
  • Teile der Radaufhängung oder der Karosserie werden beschädigt.
  • Sie verlieren die Kontrolle über das Auto.
  • Es kann zu Unfällen und Verletzungen kommen.
  • Versicherungen können Leistungen kürzen, wenn Sie schuld sind.

Diese Risiken sind leicht zu vermeiden, wenn Sie die Muttern rechtzeitig kontrollieren.

Fazit

Bei lockeren Radmuttern hängt die Haftung davon ab, wer den Fehler gemacht hat. Fahrer müssen dafür sorgen, dass ihr Auto verkehrssicher ist. Werkstätten müssen sorgfältig arbeiten und auf die Nachkontrolle hinweisen. Wenn beide Seiten aufpassen, also korrekt montieren und die Radmuttern rechtzeitig prüfen, lässt sich das Risiko vermeiden. Wer Montage, Kontrolle und Entsorgung ernst nimmt, erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr und vermeidet rechtliche Probleme. Deshalb ist das Teil vom Auto Urlaubscheck.

Häufige Fragen zu „Radmuttern locker, wer haftet?“

Wer haftet bei einem Unfall durch loses Rad?

Das kommt darauf an, ob Sie oder die Werkstatt den Fehler gemacht haben. Manchmal teilen sich beide die Haftung.

Ist das Nachziehen der Radmuttern Pflicht?

Ja, es gehört zur Sorgfaltspflicht. Wer das vergisst, kann mithaften.

Was tun, wenn sich ein Rad während der Fahrt löst?

Sofort anhalten, Polizei rufen und die Versicherung informieren.

Kann die Werkstatt haftbar sein?

Ja, wenn sie nachweislich unsauber gearbeitet hat, muss sie für den Schaden zahlen.

Was passiert, wenn ich lockere Radmuttern nicht bemerke?

Dann riskieren Sie einen Unfall – und mögliche rechtliche Folgen.